Gedenkfeier des Orts-und Kreisverbandes DGF-LAN in Wallersdorf

Ortsverein

Kranzniederlegung an der KZ-Genkstätte

Der Spd Kreisverband sowie der Ortsverband Wallersdorf gedachten mit einer Kranzniederlegung und einer Gedenkminute an die historischen Ereignisse die sich 2018 jähren und maßgeblich von Sozialdemokraten geprägt wurden. Neben dem Frauenwahlrecht in Bayern und dem 8 Stunden-Arbeitstag wurde hauptsächlich an das Kriegende vor 100 Jahren und am die ermordeten KZ-Häftlinge im KZ-Aussenlager Ganacker erinnert. 

Erinnerung an historische und politische Ereignisse 2018:

- 100 Jahre Ende des I. Weltkrieges am 11.11.18 (Urkatastrophe des 20.Jahrhunderts, "Dreißigjähriger Krieg" 1914-1945)

- 100 Jahre Ausrufung des Freistaates Bayern am 8.11.18 durch Kurt Eisner

- 85 Jahre Machtergreifung Hitlers und der Nazis (24.03.33 Berlin, 29.04.33 München)

Am 29.4.33 vor 85 Jahren Untergang des ersten demokratischen Freistaates Bayern:

- „Gesetz zur Behebung der Not des bayerischen Volkes und Staates“

- 100 Abgeordnete, nur die 16 SPD-Abgeordneten stimmten mit Nein (Fraktionsvorsitzender Albert Roßhaupter, aus Pillnach bei Straubing)

Gedenken an den Untergang von Untergang der Länder, des Föderalismus, der Demokratie und Humanität

 

Folgen des I. Weltkriegs:

- Untergang der monarchischen Herrschaftsformen

- Untergang der Kolonialreiche, Aufstieg der USA

- soziale Umwälzungen vom Agrarstaat zum Industrieland

- Industrialisierung und Anonymisierung des Tötens (Flugzeuge, Bomben, Gas, Panzer

- 20 Mio. Tote (II. Weltkrieg ca. 80 Mio. Tote)

- das alltägliche Grauen, Töten und Verrecken in den Schützengräben für ein paar Meter Landgewinn (E. M. Remarque: Im Westen nichts Neues - All quiet on the Western front")

- Spaltung der Arbeitnehmerbewegung (Kriegskredite; USPD, Spartakusbund, Kommunisten)

- Versailler Vertrag (Demütigung Deutschlands, schlechte Startbedingungen für die Demokratie -> Folge: Wirtschaftskrisen 1923, 25.10.1929 "Schwarzer Freitag")

 

Revolution:

- ausgehend von den Matrosen in den Kriegshäfen (Wilhelmshaven, Kiel)

- Kriegsmüdigkeit, Hunger, Kriegstote und Invaliden

- Kaiser, König, Monarchie und Aristokratie hatten abgewirtschaftet

- das Regiment für die Heeresleitung in Spa (Belgien)

- verbreiteten die "Dolchstoßlegende"

- König machte sich bei Nacht und Nebel aus München davon

 

Freistaat:

- Kundgebung am 07. November 1918 auf der Theresienwiese, Marsch zu den Kasernen

- 08. November 1918 Ausrufung des demokratischen und sozialen Volksstaates Bayern - Freistaat Bayern - durch Kurt Eisner, unabhängiger Sozialdemokrat; an seiner Seite Erhard Auer (SPD) und Ludwig Gandorfer (Bay. Bauernbund)

- als erstes Land in Deutschland die Monarchie abgesetzt

- freies, gleiches, allgemeines Wahlrecht für alle, auch Frauen (erstmals in Deutschland)

- 8-Stunden-Tag

- Landtagswahlen im Januar 1919

- Ermordung Kurt Eisners am 21. Februar 1919

- Umzug der Regierung nach Bamberg (Bamberger Verfassung), Räterevolution

 

 

Untergang der Demokratie 1933:

- Ermächtigungsgesetze in Berlin und München (Otto Wels, Albert Roßhaupter)

- nur Widerstand von den Sozialdemokraten (und Kommunisten; meist schon verhaftet oder geflüchtet)

-> Tod der Demokratie in Deutschland und Bayern

- Nazis hatten nie eine Mehrheit bei freien Wahlen

- Konservative, Liberale, etc.

- Demokratie ohne bzw. zu wenige Demokraten

- am 2.5.33 Sturm auf die Gewerkschaftshäuser

Folge:

- Krieg, Terror, Völkermord, Rassismus, Intoleranz, Fremdenfeindlichkeit, Extremismus

 

Letzter Widerstand von den SPD-Abgeordneten im Bay. Landtags am 29.4.1933 in alphabetischer Reihenfolge:

Lina Ammon, Arbeiterin aus Nürnberg

Erhard Auer, Redakteur in München

Alfons Bayerer, Spengler aus Passau

Franz Bögler, Angestellter aus dem Ludwigshafen (Pfalz)

Georg Dewald, Tapezierer aus Aschaffenburg

Konrad Eberhard, Stadtrat aus Fürth

Fritz Endres, Geschäftsführer aus München

Hans Gentner, Landwirt aus Pegnitz

Karl Giermann, Parteisekretär aus Nürnberg

Clemens Högg, Metallarbeiter aus Augsburg

Dr. Wilhelm Hoegner, späterer bayerischer Ministerpräsident

Josef Laumer, Arbeiter und Stadtrat aus Straubing

Adolf Ludwig, Angestellter aus Pirmasens (Pfalz)

Albert Roßhaupter, Eisenbahner und Gewerkschafter aus Olching, Fraktionsvorsitzender (geboren in Pillnach bei Straubing)

Hans Seidel aus Hof

Josef Strobl, Steuersekretär aus Ingolstadt

 

SPD hat in 155 Jahren Geschichte niemals die Ideale von Freiheit und Demokratie verraten!!

Andere reden von Traditionen und Werte, wir haben sie seit über 155 Jahren!!

 

heute:

- allgemeine Unzufriedenheit/Verdrossenheit (Politik, EU)

- <-> wirtschaftliche/soziale Lage, Automatendemokratie(??)

- zu wenig Verständnis für demokratische Prozesse (mangelnde Demokratie-Bildung?)

- einfache Rezepte für unübersichtliche Welt, Rückzug ins kleine übersichtliche

- Verantwortungsübernahme Deutschlands in Europa (Th. Mann: "Wir brauchen ein europäisches Deutschland und kein deutsches Europa")

 

-> unsere Verantwortung, aktive Beteiligung:

Frieden, Freiheit und Demokratie leben von Demokraten, damit sind wir alle gemeint!!!

Wachsamkeit, aktive Beteiligung:

Nichts kommt von selbst. Und nur wenig ist von Dauer. Darum — besinnt Euch auf Eure Kraft und darauf, dass jede Zeit eigene Antworten will und man auf ihrer Höhe zu sein hat, wenn Gutes bewirkt werden soll. (Willy Brandt, 1992)

 
 

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