Fortbildung im Sinne der Umwelt und im Interesse der gesamten Marktgemeinde

Lokalpolitik

Herbert Fellinger vor dem Beleuchtungsversuchsfeld.in Traunreut

Statt auf die Straße zu gehen und zu demonstrieren , zog es Herbert Fellinger vor, sich im Sinne der Umwelt fortzubilden und die Schulbank zu drücken. Bürgermeister Ottmar Hirschbichler findet das Engagement prima und hat deshalb H. Fellinger zu dieser Fortbildung entsendet.

Es ging um Fördermaßnahmen für Kommunen. Vom Bundesministerium für Umwelt werden hier Förderprogramme aufgelegt um den CO2 Ausstoß durch Straßenbeleuchtungsmaßnahmen zu reduzieren. Hierzu fand eine Vortragsreihe der Firma SITECO statt, die sich hauptsächlich an Kommunen wendet. Für die zweitägige Veranstaltung hat sich Herbert Fellinger Urlaub genommen, weil in diesem Segment in Wallersdorf viel machbar und notwendig ist.

Erste Sanierungsmaßnahmen wurden in Wallersdorf vor allem bei Neubaumaßnahmen durchgeführt und Leuchtmittel wurden auch schon optimiert. Organisiertes und durchdachtes Wechselmanagement fehlt noch in der Gemeinde und bedarf dringend der Diskussion. Seit 2010 wird hier in kleinen Schritten optimiert und die Energiekosten konnten hier bereits halbiert werden.

Sportstätten und Schulen wurden bereits intensiv betrachtet und mit Fördergeldern ausgetauscht.

Neben der Verkehrssicherungspflicht und einer angenehmen sowie dekorativen Straßenbeleuchtung steht in Wallersdorf nicht zuletzt das Energieeinsparpotential im Focus.

In zwei Tagen wurden Grundlagen der sicheren Straßenbeleuchtung, Wechselmanagement von Bestandsanlagen, Fördermöglichkeiten durch das BMU und die Verkehrssicherungspflicht der Kommunen genauer geschult. Ein weiterer Punkt war die Lichtverschmutzung durch Industrienanlagen und falsch dimensionierte Straßenbeleuchtungsmaßnahmen.
Im praktischen Versuch wurde dann in einer Nachtvorstellung vorgeführt was auf den Wallersdorfer Straßen vorzufinden ist und wie es sein sollte. Von der Langfeldlampe über Quecksilberhochdrucklampen ist in Wallersdorf und den anliegenden Dörfern alles zu finden. Nicht nur zur Verkehrssicherung sondern auch wegen des möglichen wirtschaftlichen Nutzens sollte die Sanierung der Straßenbeleuchtung ein vordringliches Ziel sein. Nicht zuletzt profitiert auch die Umwelt ganz beträchtlich von einer energieeffizienten Straßenbeleuchtung. Das Einsparpotential liegt bei bis zu 85% und das geschätzte finanzielle Potential bei ca. 40.000€. Weitere wichtige Aspekte sind freundliche  Wartung bei niedrigen Kosten als auch Ersatzteilversorgung. In der Gemeinde ist hier noch wenig System vorhanden und man ist gut beraten sich auf weniger Fabrikate zu beschränken.

Ebenfalls ein großes Thema ist die industrieelle Beleuchtung die aktuell im Logistikzentrum ausgeführt wird. Lichtverschmutzung nennen das die Experten und Sabine Frank (Lichtschutzbeauftragte) hat massive Einwände vorzubringen. Der Beleuchtungspilz in der Nacht ist weit über die Region hinaus zu sehen und verschleiert den Blick in die Sterne. Die Beleuchtungsintensität in Richtung Arndorf ist derart intensiv, dass bei Dunkelheit und Nässe eine gefährliche Blendwirkung erzeugt wird. Wie schon im ersten Bauabschnitt muss auch hier der Betreiber dringend nachbessern, die Lampen abdimmen um die Situation erträglich zu machen und Unfälle zu vermeiden.
Die Fortbildung war ein voller Erfolg. Herbert Fellinger wird die Erkenntnisse dem Marktrat vorbringen und entsprechende Vorschläge einreichen.

Ganz nebenbei sei angemerkt, dass der Freistaat Bayern mit der Bienenschutzverordnung seit dem 1.08.2019 erhebliche Strafen bis zu 50.000 € verhängen kann wenn Lichtverschmutzungsbestimmungen missachtet werden. Von dieser Verordnung ist bei den Kommunen bisher leider nichts angekommen. Der Markt Wallersdorf ist gut beraten hier Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Nähere Informationen werden in der Sendung "Unkraut" am 21.10.2019 zu sehen sein.

 

 
 
 

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