Damit wieder Leben in die Isar kommt

Veröffentlicht am 10.02.2020 in Kommunalpolitik

SPD-MdEP Ismail Ertug und SPD-Kreisrat Dr. Bernd Vilsmeier (beide mi.)

Treffen mit Fischerei- und Naturschutzverbänden an der Landauer Isar

 

"Damit kommt wieder mehr Leben in und an die Isar im Bereich von Landau", darin waren sich die Vertreter von Fischerei- und Naturschutzverbänden einig. Diese trafen sich am vergangenen Freitag auf Einladung von Kreisrat und SPD-Kreisvorsitzenden Dr. Bernd Vilsmeier, darunter der SPD-Europaabgeordnete Ismail Ertug, der Bezirksgeschäftsführer des Fischereiverbandes Niederbayern Jörg Kuhn, Dipl.-Biol. Christian Stierstorfer von der Bezirksgeschäftsstelle das Landesbundes für Vogelschutz (LBV), dem LBV-Kreisvorsitzenden Joachim Aschenbrenner, Peter Hirmer vom Kreisvorstand des Bund Naturschutz (BN) Dingolfing-Landau, dem Landauer BN-Vorsitzenden Franz Meindl, Moritz Schneider von Fridays-for-Future Landau und den Landauer SPD-Stadt- und Kreisräten Nik Söltl, Rudi Pritzl und Daniel Lang, und diskutieren die Maßnahmen im Rahmen des EU-Förderprogramms LIFE-Natur-Projekts "Flusserlebnis Isar" im Bereich von Landau.

Etwa seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Untere Isar zu Zwecken des Hochwasserschutzes, der Landgewinnung und der Energieerzeugung erheblich verändert. Durch die heutige Kette von Stauseen sind heute die ökologischen Funktionen von Fluss und Aue erheblich eingeschränkt. Die Staustufen unterbrechen die natürliche Flussdynamik. Uferanbrüche, Nebenarme und Auegewässer sind verschwunden oder vergreist, und die charakteristische Lebenswelt entsprechend verarmt. Für Jungfische erforderliche flach überströmte Uferbereiche sind kaum noch vorhanden, was zu einem Rückgang der Artenvielfalt führte. Um all diese ökologischen Defizite zu mildern und der Isar ein Stück ihres ursprünglichen Gesichtes zurückzugeben, hat der Freistaat Bayern bei der Europäischen Union ein so genanntes LIFE-Naturprojekt beantragt.

Die Kosten für das Projekt betragen für das gesamte Renaturierungsgebiet von Loiching bis Ettling etwa 6,36 Mio. Euro. Für die beiden Teilgebiete Landau entfallen rund 1,5 Mio. Euro. Etwa 60 Prozent der Gesamtkosten werden als EU-Fördermittel von der EU über das LIFE-Programm bereitgestellt. Die übrigen 40 Prozent bringen das bayerische Umweltministerium, der Bayerische Naturschutzfonds und die beteiligten Projektpartner auf - darunter die Städte Dingolfing und Landau und der Landkreis.

Für das LIFE-Projekt wurden am Isar-Unterlauf zwischen Loiching und Ettling sieben Teilgebiete ausgewählt, die als "Trittsteine" zukünftig das ökologische Rückgrat der Flusslandschaft bilden sollen. Zusammen erreichen sie eine Fläche von ca. 700 ha. Die Maßnahmen dienen in erster Linie dazu, die Isar selbst und ihre Auen als Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten ökologisch aufzuwerten. Aber auch die Bevölkerung profitiert: Die Flusslandschaft wird attraktiver, der Fluss wird wieder freier zugänglich und so mit allen Sinnen erlebbar.

Die Teilnehmer waren sich alle einig, dass diese Maßnahmen für den Lebensraum Isar ein großer Gewinn sein werden. Nur die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie zieht sich und damit die mangelnde Durchgängigkeit und der dadurch geringen Geschiebedynamik der Isar durch die Kette an Staustufen. Das wird noch bis Ende der 2020-er Jahre dauern. Auch lobten die Naturschutz- und Fischerverbände die sehr gute Beteiligung am gesamten Projekt. Trotz aller lobenden Worte für das Gesamtprojekt waren doch Konfliktlinien zwischen den Vogelschützern und der Fischerei sichtbar, die noch eingehendere Diskussionen der Fachleute beider Seiten erfordert.


 

 

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