Mehr Nachhaltigkeit und Breite statt weniger Leuchttürme

Wirtschaft


SPD-Kreisvorstandsmitglieder diskutierten mit Prof. Dr. Werner Widuckel Industriepolitik für Bayern: (v. li.) Telekom-Betriebsrat Ludger Brüggemann, SPD-Kreisvorsitzender Dr. Bernd Vilsmeier, Prof. Dr. Werner Widuckel, SPD-Landesvorsitzender Florian Pronold MdB, SPD-Kreisvorstandsmitglied Hugo Steiner und DGB- und SPD-Kreisvorstandsmitglied Rudi Werner.

Kreis-SPD bei SPD-Konferenz zur Industriepolitik

Dingolfing - Landau.

Auf Einladung der SPD-Bundestagsfraktion mit dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden und SPD-Landesvorsitzenden Florian Pronold MdB beteiligte sich eine Delegation des SPD-Kreisverbandes, angeführt vom SPD-Kreisvorsitzenden Bernd Vilsmeier, bei der SPD-Konferenz zur Industriepolitik für Bayern in Plattling. Hauptreferent des Abends war Prof. Dr. Werner Widuckel, ehemaliges AUDI-Vorstandsmitglied und Professor für Personalmanagement und Arbeitsorganisation an der Universität Erlangen-Nürnberg, zudem Mitglied des Kompetenzteams von SPD-Ministerpräsidentenkandidat Christian Ude für den Bereich Wirtschaft und Industrie.

Für Prof. Widuckel stehen für eine erfolgreiche Wirtschafts- und Industriepolitik folgende Punkte im Vordergrund: Eine leistungsfähige und gut ausgebaute Infrastruktur, eine branchenübergreifende Ko-operation zwischen Betrieben und Wissenschaft, damit insbesondere mittelständische Betrieben flexi-bel, innovativ und anpassungsfähig reagieren können. Zu einer guten Wirtschaftspolitik gehört nach Ansicht von Prof. Widuckel als ganz wichtiger Punkt „gute Arbeit“. Dies fängt bei einer guten Ausbil-dung an und geht über Weiterbildungs- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten für Arbeitnehmer bis hin zu Beteiligungsmöglichkeiten und Mitbestimmung. Denn nur gut ausgebildete und hochmotivierte Arbeitnehmer schöpfen ihr Leistungspotential für den Erfolg des Betriebes wirklich aus, so Prof. Widuckel.

Bayern ist in der Wirtschaft und Industrie erfolgreich und stark, stellte Florian Pronold fest. Doch um die führende Position in Deutschland und Europa weiter behaupten zu können, muss mehr geschehen. Statt nur einiger „Cluster“ und Leuchtturmprojekte herauszustellen, ist eine mehr auf Breite angelegte Wirtschaftpolitik dringend überfällig. Ganze Regionen, der Mittelstand und besonders in Bayern vorhandene traditionelle Branchen, z. B. Glas, dürfen nicht vergessen werden. Sie sind hoch innova-tiv, was sich in jahrhundertealten Traditionen zeigt.

Die Grundlage dafür ist natürlich eine bestmögliche Bildung für den Fachkräftenachwuchs von der Krippe bis zur Uni. Die krasse und chronische Unterfinanzierung produziert zu viele Verlierer, etwa 10 Prozent eines Jahrgangs verlassen die Schulen ohne qualifizierenden Abschluss, erklärt Dr. Vilsmeier. In Zeiten drohenden Fachkräftemangels, auch wegen der Demografie, kostet die blinde Fixierung auf einen vermeintlichen schuldenfreien Haushalt unterm Strich mehr, als dass es bringt, so Rudi Werner. Eine nachhaltige Industrie- und Wirtschaftspolitik sieht nach Ansicht der SPD-Politiker anders aus. Neben Bildung muss auch die Qualität der Arbeit passen, damit die Leistung und Motivation stimmt. Regionale und internationale Kooperation und Kommunikation sind für erfolgreiches Wirt-schaften notwendiger denn je, meint Ludger Brüggemann. Zu großes regionales Auseinanderdriften hemmt die Entwicklung im Ganzen und lässt die soziale Struktur zerbrechen.

 

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