Allein die Sozialdemokratie widersetzte sich den Nazis

Presse


Die SPD-Kreisvorsitzenden aus Dingolfing-Landau, Landshut, Straubing und Straubing-Bogen erinnern an den Widerstand der Sozialdemokraten gegen das Ermächtigungsgesetz am 23. März 1933: (v. re.) Dr. Bernd Vilsmeier (DGF-LAN), Ruth Müller (LA), Peter Stranninger (SR) und Martin Kreutz (SR-BOG).

SPD-Kreisverbände gedenken Otto Wels Rede gegen die Nazis

Dingolfing-Landau.
"Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht“, rief Otto Wels, der damalige SPD Vorsitzende, am 23. März 1933 Hitler und den Nazis entgegen. Wels Worte waren bitterer Ernst und nicht nur pathetische Rhetorik, daran erinnern die SPD-Kreisvorsitzenden aus Dingolfing-Landau, Dr. Bernd Vilsmeier, Landshut, Ruth Müller, Straubing, Peter Stranninger und Straubing-Bogen, Martin Kreutz, zum 80. Gedenktag des Ermächtigungsgesetzes im Reichstag, mit dem die Nazis die demokratische Weimarer Verfassung aushebelten. „Wir sind wehrlos, aber nicht ehrlos“, wandte sich Otto Wels scharf gegen die Allmacht Hitlers und forderte die Wiederherstellung von Rechtssicherheit und Demokratie.

Allein die 94 sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten widersetzten sich der Gewalt der Nazis
mit ihren SA-Schergen und stimmten geschlossen gegen das Ermächtigungsgesetz, so Vilsmeier.
Weitere 26 Abgeordnete von SPD und die 81 von der KPD waren vor der Gewalt der Nazis bereits geflüchtet
oder schon inhaftiert. Alle anderen Parteien, darunter Zentrum, Bayerische Volkspartei, DVP,
stimmten für das Ermächtigungsgesetz und gaben so Hitler und den Nazis freie Hand. Dabei muss
man wissen, erklärt Dr. Vilsmeier, dass die NSDAP und Hitler bei freien Wahlen niemals eine eigene
parlamentarische Mehrheit erreicht hatten, sie waren immer auf Mehrheitsbeschaffer und Steigbügelhalter
angewiesen. Im Gegenteil, bei der letzten wirklich freien Reichtagswahl im November 1932
mussten die Nazis deutliche Stimmenverluste hinnehmen.
Diesem letzten großen Aufbäumen von Demokratie folgte, wie wir alle wissen, die Schreckensherrschaft
des Nationalsozialismus, mit schrecklichen Folgen für das deutsche Volk, auch für die Sozialdemokratie.
Tausende von Sozialdemokraten wurden verfolgt, eingesperrt, ermordet oder in die Emigration
getrieben. Doch Otto Wels hat Recht behalten, so Dr. Vilsmeier: Die Grundideen der Sozialdemokratie
sind "unzerstörbar"; sie sind auch für die heutige Sozialdemokratie, obgleich die Verhältnisse
gänzlich andere sind, verpflichtend.
Die Rede von Otto Wels gehört zu den großen Augenblicken nicht nur der Geschichte der deutschen
Sozialdemokratie, sondern auch der deutschen Geschichte, meint Dr. Vilsmeier. Am diesem Gedenktag
gilt es an diejenigen zu erinnern, die sich für die deutsche Demokratie mit Leib und Leben eingesetzt
haben. Ihr Andenken verpflichtet uns, verantwortlich zu handeln und uns allen Tendenzen zu Intoleranz,
Nationalsozialismus und Gewaltpolitik zu widersetzen, stellen die SPD-Kreisvorsitzenden
fest.

 

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